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Die Forschungsaktivitäten der Philologischen Fakultät sind breit gefächert. Im Rahmen der Grundlagenforschung werden die europäischen Sprachen, Literaturen und Kulturen in der Gegenwart und in ihren historischen Entwicklungslinien umfassend untersucht. Ein besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie diese Sprachen und Literaturen untereinander in Kontakt treten und sich beeinflussen und wie sie in außereuropäischen Zusammenhängen wirken. Thematisch stärker fokussierte Forschungsprojekte ergänzen die Grundlagenforschung.

Breite und Spezialisierung sind damit gleichermaßen zum Markenzeichen der Fächer und Professuren innerhalb der Philologischen Fakultät geworden. Auch im internationalen Vergleich ist die wissenschaftliche Reputation der philologischen Fächer ausgezeichnet. Sie sind in der scientific community hoch anerkannt, was durch entsprechende Rankings im - mer wieder bestätigt wird. Die Philologische Fakultät ist darüber hinaus stolz auf ihre Leistungen im Bereich der Nachwuchsförderung: Viele junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen finden von Freiburg aus ihren Weg zur Professur.

Dieses ausgeprägt interdisziplinäre Interesse spiegelt sich auch in einer Reihe von Fächer übergreifenden Forschungszentren an der Universität Freiburg, wobei mehrere dieser Zentren von Mitgliedern der Philologischen Fakultät initiiert wurden. Zu nennen sind in diesem Kontext das Hermann-Paul-Centrum für Linguistik, das Zentrum für Anthropologie und Gender Studies, das Zentrum Antike und Moderne sowie das Mittelalterzentrum. Eine Reihe von interdisziplinären Forschungsprojekten – so etwa die von der DFG geförderte Forschergruppe Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart – belegt ebenso wie die intensive Beschäftigung mit außerliterarischen Medien, dass die Fakultät in ihrem Forschungsinteresse weit über ihre Kernbereiche Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft hinausgeht.

Aktuell existieren folgende interdisziplinäre Forschungsprojekte, an denen Mitarbeiter der Fakultät aktiv beteiligt sind:

 

Grundlagenforschung und Themenvielfalt

Wenn etwa die Freiburger Skandinavistik zusammen mit dem Kopenhagener Kierkegaard-Zentrum mit der Herausgabe der Werke des berühmten dänischen Philosophen betraut ist und das Slavische Seminar gemeinsam mit führenden Akademie- Institutionen in slavischen Ländern Hand schriften ediert, so trägt dies eben - so zum internationalen Renommee bei wie das in der Germanistik auf lange Jahre angelegte Akademieprojekt zur Kommentierung der Werke Nietzsches. Und wenn etwa in der Anglistik Handbücher verfasst werden, die nicht nur im deutschen Sprachraum zu Standardwerken avancieren, so findet das ebenso große Beachtung wie zum Beispiel die korpuslinguistischen und medientheoretischen Arbeiten in der Romanistik oder die Forschungen zu den Kulturen der Antike und des Mittelalters.

Kultur-, mentalitäts- und medienwissenschaftliche Fragestellungen werden in fast allen Fächern der Philologischen Fakultät verfolgt. Die Öffnung hin zu populären Kulturen markiert u.a. auch das Interesse für literatursoziologische Fragestellungen. Die ausgesprochene Vielfalt der wissenschaftlichen Projekte garantiert zugleich eine forschungsbasierte akademische Lehre ganz im Sinne Humboldts.

Aber nicht nur die Themenfelder sind hinsichtlich ihrer Vielfalt und Breite beachtenswert. Die Fächer der Philologischen Fakultät sind in historischen Epochen und heutigen Feldern der globalisierten Welt gleichermaßen "zuhause", ohne dabei die spezifischen Probleme der unmittelbaren Umgebung zu vernachlässigen: Für Letzteres stehen etwa Forschungen zur Bedeutung des oberrheinischen Raums im Mittelalter oder zu südwestdeutschen Dialekten. Eine geschichtliche Dimension bringen nicht allein die explizit historisch ausgerichteten Fächer wie die Klassische Philologie, das Mittellatein und die Indogermanistik ein, die weite Linien von der Geschichte in die Gegenwart ziehen. So werden etwa die Rezeption und die Relevanz antiker Texte untersucht, das Mittellateinische als lingua communis der abendländischen Kultur in Erinnerung gerufen oder über Forschungen zum Indogermanischen die Typologie von Lautgesetzen in den Blick genommen. Alle literatur- und kulturwissenschaftlich ausgerichteten Fächer der Philologischen Fakultät beschäftigen sich intensiv mit der Geschichte der jeweiligen Kulturräume, sei es unter epochenzentrierten Fragestellungen – nicht zuletzt auch zu Gegenwartskulturen –, unter komparatistischem Blickwinkel oder unter spezifischen Problemstellungen (zum Beispiel zu Identitätsdiskursen, zur Kanonforschung oder zu Diskursen über Natur und Landschaft, zum Thema Armut oder zum Thema Exil).

Anglistik und Romanistik agieren im Kon text ihrer Forschungen zur Varietätenlinguistik und zum Sprachkontakt weltweit, mit Schwerpunkten in Mittel und Südamerika, in Afrika und in Asien. Fragen der Interkulturalitätsforschung beschäftigen diese Fächer eben so wie auch die Skandinavistik und die Slavistik, während in der Germanistik und Anglistik zudem noch ein ausgeprägtes Interesse für intermediale Themen (zum Beispiel Literatur und Musik, Literatur und Film) vorhanden ist.

Alle neusprachlichen Philologien in Freiburg haben eine stark entwickelte linguistische Komponente. Die thematische Ausrichtung liegt im Bereich der Korpuslinguistik sowie solcher Ansätze, die die Pragmatik, den Prozesscharakter, die Kognition und die soziale Bedingtheit des Phänomens Sprache in das Zentrum stellen. Die unbedingte Verpflichtung gegenüber realistischen, minimal spekulativen Ansätzen kombiniert sich hier mit dem Interesse an ganz grundlegendtheoretischen Fragen der Natur von Sprache und der linguistischen Methodik. Syntaktischer Funktionalismus, Sprachwandeltheorie, Kontakt- und Varietätenlinguistik und Gesprächsanalyse sind theoretisch-methodische Ansätze, die dieser Kombination ebenso entsprechen. Die Sprachgeschichte, die in allen Philologien und besonders in der Indogermanischen Sprachwissenschaft hochgehalten wird, steht nicht nur im Dienste kulturhistorischer Interessen, sondern auch sprachtheoretischer Fragestellungen.

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